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Ingwer – kleine Knolle ganz groß

Ingwer (Zingiber officinale) hat seine Ursprünge in der ayurvedischen sowie chinesischen Medizin und ist auch aus der asiatischen Küche nicht mehr wegzudenken. Jedoch findet er auch immer mehr in der heimischen Küche Platz, wird dort vielseitig eingesetzt.

Geschichte & Background

Seit über 4.000 Jahren ist Ingwer als Gewürz und Heilpflanze bereits, vor allem im asiatischen Raum, bekannt und wird sogar in Schriften von Konfizius erwähnt. Schon sehr früh wurde traditionell zwischen der Wirkung von rohem und getrocknetem Ingwer unterschieden.

Vermutlich brachte Alexander der Große (356 – 323 v.Chr.) die Knolle nach Europa, wo sie sich weiter ausbreitete.

Neuerliche Popularität erlangte der Ingwer in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts durch den stetigen Einsatz in den chinesischen Restaurants. Dadurch wurde auch viel in privaten Haushalten mit der Schärfe experimentiert sowie weitere Verwendungsmöglichkeiten kennengelernt.

Von der Ingwerpflanze wird nur der Wurzelstock also die Knolle – oder auch Rhizom genannt – verwendet. Die Pflanze kann zwischen 50 – 150 cm hoch werden, mit saftig grünen Laubblättern.

Im Rhizom befinden sich auch die Harze, also die Scharfstoffe, die insgesamt oft als Gingerole bezeichnet werden. Unter den rund 150 Inhaltsstoffen sind unter anderem 1 – 3 % ätherische Öle enthalten sowie die schwerflüchtigen, scharfen Verbindungen von Gingerolen (mehr im rohen) und Shogaol (mehr im getrockneten Ingwer).

Desweiteren ist Ingwer reich an Vitamin C, Magnesium, Eisen, Calcium, Kalium, Natrium und Phosphor.

Hauptsächlich wächst die krautige, schilfähnliche, mehrjährige Pflanze in den Subtropen und Tropen. Demnach zählen folgende Länder zu den Hauptanbaugebieten: Indien, Sri Lanka, China, Indonesien, Vietnam und Japan, inzwischen aber auch Australien, Nigeria und Frankreich.

Österreichischer Ingwer in Karton liegend.

Quelle: www.zweischrittweiter.at

Seit nun fast 2 Jahren wird auch in Österreich Ingwer erfolgreich angebaut und verkauft. Vor allem im Burgenland wird das günstige Klima genutzt um hier die beliebte, scharfe Knolle zu züchten und im Herbst zu ernten.

Als erfolgreiche „Ingwer-Pioniere“ gelten zum Beispiel Claudia und Gerhard Kern, die ihre Ware über die Gemüse-Erzeugergemeinschaft LGV-Sonnengemüse vertreiben. Der heimische Ingwer unterscheidet sich jedoch optisch von der bekannten Importware: die weiße Farbe mit leicht rötlichen Ausprägungen im Bereich des Stängels wird hier – passend zu unseren Nationalfarben – zum Hingucker!

Daher zähle ich Ingwer nun auch stolz zu den „heimischen Superfoods“ . Mehr dazu findest du im Beitrag von meiner Kollegin Sabine Nussbaumer.

In welcher Form erhältlich

Wie schon erwähnt, kannst du Ingwer sowohl roh – also die ganze Knolle – oder auch getrocknet kaufen. Den meist importierten, rohen Ingwer findest du mittlerweile in vielen Obstregalen der heimischen Supermärkte.

Im getrockneten Zustand sind mehrere Produkte erhältlich: zB. gemahlen in Pulverform als Gewürz, Ingwerkapseln aus der Apotheke oder auch kandierter Ingwer als Snack.

Das Internet bietet dir auch einige Anleitungen, wie du Ingwer selbst züchten kannst – vielleicht ist das ja ein passendes Projekt für all jene mit einem grünen Daumen.

Vielfältiger Einsatz in der Küche

Ausschlaggebend für die Verwendung von Ingwer ist nicht nur die Form bzw. Konsistenz sondern vor allem, wie sehr du seine Schärfe magst und verträgst. Hier ist mein Tipp dich langsam heranzutasten und eher mit kleinen Mengen zu starten.

✰ IngwerteeGlas mit Ingwertee

Die von mir bisher meist genutzte Art. Rohen Ingwer schälen, in Scheiben schneiden und mit heißem Wasser aufgießen, ein paar Minuten ziehen lassen und genießen.

Wer mag, kann den Saft einer Zitrone hinzufügen. Dieser „Hot-Lemon-Ginger-Tea“ war ein täglicher Begleiter auf meiner fast 3-wöchigen Wanderung 2017 im Himalaya-Gebirge in Nepal.

Der Ingwertee wird auch gern bei Übelkeit – sowohl allgemein bei Reise- als auch Morgenübelkeit in der Schwangerschaft – empfohlen. Hier wirken die Gingerole oder Scharfstoffe auf das Übelkeitsempfinden und gegen Erbrechen.

Manchmal kann der Einsatz von Ingwertee bei Übelkeit schwierig sein, da der Magen nicht zu viel Flüssigkeit aufnehmen sollte. Hier könntest du probieren, wenn du die Schärfe verträgst, eine dünne Scheibe Ingwer in den Mund zu nehmen und zu zerkauen.

✰ geriebener Ingwer

Reibst du den rohen, frischen Ingwer mit einem feinen Hobel klein, kannst du ihn ebenso vielfältig verwenden. Die Kombination von Ingwer mit Kürbis oder Zucchini kann sich bei Suppen oder Eintöpfen sehen lassen. Bist du ein Fan von Smoothies kannst du auch hier – je nach Power deines Mixers – Ingwerscheiben oder geriebenen Ingwer hinzufügen.

Auch bei einem meiner Lieblingsrezepte, dem indischen Kitchari, wird geriebener Ingwer als Grundgewürzzutat verwendet. Das zugehörige Rezept findest du hier.

✰ Ingwerpulver

Beim Ingwerpulver wird die getrocknete Knolle gemahlen, somit länger haltbar gemacht.

Es bietet sowohl für pikante als auch süße Speisen einen gewissen Frische-Kick durch seine Schärfe. Probier doch mal Ingwerpulver in deinem Müsli, Porridge oder auch in einem Karotten-Ingwer-Aufstrich.

Versprechungen und deren fundierte Nachweise

frische Ingwerknolle auf Hand liegend

In den Weiten des Internets findet man unzählige Beiträge über die grandiose Wirkung von Ingwer.

Oftmals werden diese Versprechungen aufgrund von Eigenerfahrungen oder aus Verkaufszwecken getätigt.

Selbstverständlich wurden auch zur Wirkung von Ingwer bereits wissenschaftliche Studien durchgeführt, welche vor allem die Wirkung bei Übelkeit und Erbrechen bestätigen konnten. Hier wurde nicht nur der Einsatz bei Schwangerschaftsübelkeit, sondern auch bei Reiseübelkeit und sogenannter Seekrankheit nachgewiesen.

Der Einsatz von Ingwer als Erkältungsprophylaxe bzw. die Wirkung des Ingwers auf das Immunsystem wird häufig propagiert. In diversen Studien konnte die Stärke der Wirkung nicht herausgefunden werden, jedoch wird vermutet, dass die Inhaltsstoffe auf diverse Schnupfenviren Einfluss nehmen.

Ebenso werden der gelben Knolle folgende Wirkungen nachgesagt: entzündungshemmend, antioxidativ, blutzuckersenkend, cholesterinsenkend sowie blutdrucksenkend. Hier sind jedoch weitere medizinische Studien hinsichtlich Wirksamkeit, Dosierung und möglichen Nebenwirkungen nötig, um diese Aussagen zu untermauern und gegebenenfalls zu bestätigen.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Ingwer kein Allheilmittel für den ganzen Körper darstellt, jedoch verschafft er dir ein wohlig, wärmendes Gefühl und bringt definitiv Schärfe in dein Leben. Ich kann dich nur ermutigen, die kleine, vielseitige Knolle in deine Küche einzuladen und zu experimentieren, welche Einsatzform dir am meisten zusagt.

Viel Spaß beim Probieren!

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